DECT-Antennen zur Erhöhung der Reichweite
DECT-Reichweite erhöhen - welche Antennen für welchen Zweck?

Prinzipiell hat man 2 Möglichkeiten, die Reichweite von DECT mit Antennen zu vergrößern:
1) Basisstation mit stärkerer Antenne ausstatten
2) Mobilteile mit stärkerer Antenne ausstatten
Reicht dies nicht, kann man noch
3) DECT-Repeater verwenden

Üblicherweise wird man erstmal die erste Variante in Betracht ziehen, da die Basisstation ihren festen Standort hat und an ihr eine Antenne an einem mehr oder weniger langen Kabel nicht stört.

Prinzipiell gibt es nun Rundumantennen oder Richtantennen.
1a) Rundumantennen:
Rundumantennen konzentrieren die Strahlung umso stärker auf die Horizontale um die Antenne, je höher der Gewinn ist. Deshalb ist dieser Antennentyp nur für die Verwendung auf einem Stockwerk/Etage/auf einer Ebene geeignet. Für stockwerksübergreifenden Betrieb sind die am Gerät vorhandenen, kurzen Antennenstummel (meist 2dBi) am besten geeignet. Für beste Reichweite ist dafür zu sorgen, daß die Rundumantenne in der Höhe montiert wird, in der sich auch die Mobilteile befinden. Je größer die Entfernung zu den Mobilteilen ist, umso größer darf der Höhenunterschied sein, da die Stahlungscharakteristik der Rundumantenne je nach Gewinn, mehr oder weniger Abweichung von der Horizontalen zuläßt.

Rundumantennen gibt es nun mit unterschiedlichen Gewinnen. Je höher der Gewinn, umso größer die Baulänge der Antenne. 3dbi mehr ergeben theoretisch jeweils die doppelte Baulänge.

Probleme bei Rundumantennen mit hohen Gewinnen!
Bedingt durch die Baulänge einer solchen Rundumantenne, befindet sich diese in Räumen oder Orten, an denen starke Reflektionen herrschen, nicht in einem homogenen Feld, was dann die Antennenleistung sehr negativ beeinflußt. Auch die Abstrahlung, die bei dieser Antennenart senkrecht zur Antennenachse erfolgt (bei senkrecht stehender Antenne, strahlt diese also vorwiegend in der waagrechten Ebene) kann durch Reflektionen und naheliegende metallische Gegenstände (auch wenn diese verborgen im Mauerwerk liegen) beeinflußt werden.
 
Der Effekt ist häufig in Wohn- und Büroräumen zu beobachten, da diese eine Vielzahl von Installationsleitungen aufweisen (Strom, Antennenkabel, Wasser, Heizung, Gas ...), sowie auch viele metallische Einrichtungsgegenstände, aber auch bei Bauten mit eisenbewährten Wänden, Tür/Fensterstürtzen usw..
 
Eine solche Antenne eignet sich gut für die Verwendung im Freien (auf dem Dach, aber auch an Hauswand) sowie in großräumigen Büroräumen / Fertigungshallen.
Der Antennenstandort sollte möglichst entfernt von allen metallischen Gegenständen sein. Um ein Ausprobieren, welcher Standort den besten Erfolg bringt, wird man in problematischen Fällen nicht umhin kommen.

1b) Richtantennen:
Der Einsatz von Richtantennen ist immer dann möglich, wenn von der Basisstation aus gesehen, sich alle Mobilteile in einer Vorzugsrichtung von dieser befinden (innerhalb eines mehr oder weniger breiten Winkels von dieser). Z.B. Basisstation in einer Ecke oder am Ende eines längeren Gebäudes, wobei das ganze Gebäude abgedeckt werden soll.
Für Richtantennen gilt wiederum: Je höher der Antennengewinn, umso schmaler ist der Winkel in dem die Antenne abstrahlt.
Will man also einen großen Winkelbereich überdecken, ist man zwangsläufig auf Antennen mit niedrigeren Gewinnen beschränkt.
Bei kleinen Winkeln kann man Antennen mit sehr hohen Gewinnen und damit auch großer Reichweite nutzen.

2) Mobilteile mit stärkerer Antenne ausstatten
Dies ist manchmal die letzte Rettung, wenn anders keine Verbindung zustande kommt. Als Nachteil muß man in Kauf nehmen, daß aus dem Mobilteil ein ortsfestes Mobilteil wird, da sich dann an diesem eine mehr oder weniger große Antenne mit möglicherweise längerem Kabel befindet.

In diesem Fall ist es auch nicht mehr sinnvoll eine Rundumantenne zu verwenden, sondern man nutzt gleich eine Richtantenne (diese erreichen höhere Gewinne als Rundumantennen bzw. sind bei gleichen Gewinnen wesentlich kompakter). Man hat schließlich nur die eine Richtung zur Basisstation.

Schrittweise vorgehen:
Eine Antenne erhöht das empfangene Signal und konzentriert auch die abgestrahlte Energie auf eine bestimmte Richtung/einen bestimmten Winkel, wodurch sich beim Empfänger auch wiederum ein höheres Empfangssignal ergibt.

Bei Reichweitenproblemen kann man daher schrittweise vorgehen. Erst auf einer Seite der Übertragungsstrecke eine stärkere Antenne, reicht dies noch nicht, dann auch auf der anderen Seite auch noch eine stärkere anschließen.

Für doppelte Reichweite benötigt man 6dB mehr an Antennengewinn. Für diese Rechnung können der Antennen-Gewinn an der Basisstation und der am Mobilteil addiert werden. D.H, ersetzt man die vorhandene Antenne (meist 2dBi) mit einer 8dBi Antenne (Kabel- und Steckerverluste müssen bereits abgezogen sein), so hat man 6dB mehr und schafft damit die doppelte Reichweite. Schließt man nun am Mobilteil auch noch eine Antenne an, die 6dBi mehr Gewinn hat, steigert man die Reichweite wiederum auf das doppelte (d.h. insgesamt ist es nun das 4-fache).
Achten sie jedoch darauf, daß die Reichweitenverdopplung nur auf freier Sicht-Strecke, bzw. bei gleichförmigen baulichen Gegebenheiten möglich ist. In bebautem Gelände ist die Reichweitenerhöhung erheblich von den baulichen Gegebenheiten abhängig und kann im Einzelfall immer nur ausprobiert werden.

Beim Anschluß einer externen Antenne ist darauf zu achten, daß die Gewinnangabe einer Antenne nur für das Antennenelement selbst gilt. Das Kabel dämpft dann je nach Länge den Gewinn der Antenne (H155 low-loss Kabel mit 5,4mm Durchmesser ca.0,4dB/m, LMR100 low-loss Kabel mit 2,8mm Durchmesser ca. 0,9dB/m, RG58 Kabel mit 4,95mm Durchmesser ca. 0,7-0,9dB/m).


DECT-Repeater
Viele Kunden sind enttäuscht von den Verbesserungen, die ein Repeater bringt.
Dies liegt in erster Linie daran, daß die Händler eifrig mit Reichweiten bis zum Doppelten werben.
Bis zu heißt aber auch, daß es viel weniger sein kann. Und in der Praxis ist es in den allermeisten Fällen deutlich weniger. Warum, finden sie hier erläutert:
RepeaterErwartungen werden nicht erfüllt!

Es gibt aber auch Hersteller, die sich des Problems angenommen haben und Geräte anbieten, die die gängigen Probleme durchaus lösen.
Dies sind Repeater, bei denen man eine externe Richtantenne anschließen kann um den Repeater über größere Strecken mit der Basisstation zu verbinden. Die eingebaute Rundumantenne versorgt dann die in der Nähe liegenden DECT-Mobilteile. Damit sind dann Reichweiten, die weit über das Doppelte hinausgehen, möglich.

Beispiele von DECT-Repeatern mit Anschluß für eine externe Richtantenne:



Die Qual mit den Antennensteckern / Pigtails / Adapterkabeln
Unterschiedliche Geräte haben unterschiedliche Antennenbuchsen und man benötigt dazu immer den passenden Stecker oder das passende Adapterkabel. Manche Stecker werden weltweit nur von einem oder wenigen Herstellern gefertig. Entsprechend teuer und manchmal auch schwer zu bekommen, sind dann diese Stecker und Adapterkabel. Was bei uns an Steckern verfügbar ist, finden sie in unserer Preisliste. Mit jedem unserer Stecker fertigen wir ihnen auch Adapterkabel entsprechend ihren Wünschen an.
Sind sie in unserer Liste nicht fündig geworden, hilft ihnen vielleicht eines userer Adapterkabel mit gängigem Stecker zum Einlöten in das Gerät. Daran ist dann jede unserer Antennen anschließbar.

Kein Externer Antennenanschluß vorhanden!?
Ein externer Antennenanschluß läßt sich mit recht einfachen Mitteln nachrüsten (Buchse oder Einbaubuchse mit Kabelstück zum Einlöten bei uns verfügbar).
Ein Kabelstückchen mit einem gängigen Stecker wird in das Gerät (sei es Basisstation oder Mobilteil) eingelötet. Bei der Basisstation das Adapterkabel an gleicher Stelle statt dem Kabel der vorhandenen Antenne anlöten, bei den Mobilteilen kann wie in unserer Beispielanleitung beim Umbau einer PCMCIA-Karte vorgegangen werden  (Beispielanleitung). An diesen externen Anschluß paßt dann jede unserer DECT-Antennen: Unsere DECT-Antennen
 

Was ist erlaubt, welche Antenne darf ich anschließen?
In der untenstehenden Tabelle finden sie die zulässigen Sendeleistungen für die verschiedenen Dienste. Diese Sendeleistungen dürfen nicht überschritten werden.

An der zulässigen Sendeleistung für ein DECT-Gerät von 0,25W können sie schon erkennen, daß die Reichweiten eingeschränkt sind

Beispiel:
Diese erlaubten 0,25W dürfen sie an einer Iso-Antenne abstrahlen (lesen sie dazu bei WLAN-Antennen die Erläuterungen nach). Liefert ihr DECT-Gerät 0.16W Sendeleistung, so dürfen sie nur eine 2dBi-Antenne anschließen. Die 2dBi-Antenne verstärkt ihr Signal von 0,16W auf 0,25W EIRP (effektiv isotrop abgetrahlte Leistung). Haben sie jetzt allerdings ein 5m langes Kabel mit 2 Steckverbindern, damit sie einen günstigen Antennenstandort erreichen und macht dieses Kabel mit Steckern 5dB Verlust, können sie dies nun mit einer kräftigen Antenne kompensieren. Eine 2dBi-Antenne war in unserem Beispiel schon als vorhandene Antenne angenommen, zusätzlich können sie noch 5dB an Gewinn haben, 2dBi + 5dB = 7dBi. D.h. sie können eine Antenne mit einem Gewinn von 7dBi verwenden ohne die erlaubte Sendeleistung zu überschreiten.

Für die Einhaltung der Grenzwerte ist jeweils der Betreiber (das sind sie) verantwortlich. Nur sie wissen auch, welche Komponenten sie zusammengeschaltet haben.
Die Hersteller der Geräte haben nur sicherzustellen (CE-Kennzeichen), daß mit der "eingebauten Antenne" die Grenzwerte eingehalen werden. Wenn eine externe Antenne angeschlossen wird, ist selbstverständlich der Betreiber dafür verantwortlich.
Bei Überschreitung der zulässigen Sendeleistung drohen Strafen und möglicherweise die Beschlagnahme des gesamten Equippments.

Hier ist noch der Link zur Bundesnetzagentur
Da kann nachgelesen werden, was erlaubt ist.


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