Wasserdicht oder wetterfest - Antennengehäuse

Eine Info des e-shops von Brennpunkt S.R.L. / Ing. Friedrich Rappl

© Ing. Friedrich Rappl, Valea Cernatului 47, RO-505600 Sacele, E-Mail: f.rappl@web.de


Eine Antenne für den Außeneinsatz muß wetterfest sein!


Durch die wechselnden Temperaturen findet ein Luftaustausch im Gehäuse statt. Bei hohen Temperaturen dehnt sich die Luft im Gehäuse aus und strömt nach außen. Sinken die Temperaturen, strömt wieder Luft nach innen. Kühlt die Gehäusewand nachts stark ab, bildet sich an der Gehäuseinnenwand Kondenswasser.

Das ist der gleiche Effekt, wie bei einer kühlen Glasflasche aus dem Kühlschrank, an der sich Kondenswasser niederschlägt, wenn sie im warmen Raum steht. Auch bei Blechdächern von Hallen hat man das Phänomen, daß nachts Kondenswasser abtropft, weil die Luft innen durch Abkühlung am Blechdach den Taupunkt unterschreitet.

Ein Antennengehäuse braucht daher die Möglichkeit, daß das Kondenswasser nach außen abfließen kann.


Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum macht man das Gehäuse nicht ganz wasserdicht?

Abgesehen davon, daß man die Antenne ja nicht unter Wasser einsetzen will, ist ein vollständig wasserdichtes Gehäuse sehr teuer.
Durch die Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Luft im Gehäuse, welche dann sich ausdehnen will, aber nicht kann und deswegen der Druck im Gehäuse steigt. Bei Temperaturdifferenzen von -20 bis +60°C ergibt das schnell ein Über- oder Unterdruck im Gehäuse von 1N/cm² und mehr. Bei einer Gehäusegröße von 250*250mm sind das dann 625 N Druck (d.h. etwa das Gewicht eines Menschen zieht oder drückt an der Gehäusewandung.
Ein sehr dickes, stabiles und teures Gehäuse mit einer entsprechenden Dichtung wäre die Folge.

Bei wasserdichten Gehäusen hat man die Gefahr von Undichtigkeiten (sowohl von Anfang an oder aber durch Alterung von Gehäuse und Dichtung). Ist oder wird ein Gehäuse undicht (es reicht die winzigste Stelle), so findet ein ständiger Luftaustausch an der undichten Stelle statt (tagsüber wird das Gehäuse warm, die Luft innen dehnt sich dadurch aus und strömt nach außen. Nachts dann wieder umgekehrt. Durch die nächtliche Abkühlung entsteht Tau an der Gehäuseinnenwand, der dann an die tiefste Stelle im Gehäuse abläuft und sich dort im Laufe der Zeit ansammelt.
Die undichte Stelle im Gehäuse wird wahrscheinlich nicht zufällig ganz unten sein, wodurch das Wasser ablaufen könnte.
So wird sich das Wasser aufstauen und irgendwann das Antennenelement unter Wasser setzen.

Der Effekt ist bereits seit mehr als 50 Jahren aus der Industrie bekannt.

Man baut daher nach Möglichkeit immer Gehäuse, die atmen können und nicht welche, die wasserdicht sind.